Arzt als Weichensteller

Dr. med. ReichsteinBestimmte Untersuchungen werden von den Krankenkassen schlicht und einfach nicht übernommen, andere nur nach umständlichen Genehmigungsverfahren(sogenannte “IGeL” Leistungen ,individuelle Gesundheitsleistungen).

In solchen Fällen versuche ich zunächst bei der Kasse einen Antrag zu stellen oder aber Ihnen bei der Suche nach einem anderen (Fach-)Arzt zu helfen, welcher diese Untersuchung abrechnen kann. Wird eine Kostenübernahme aber dennoch  ausgeschlossen halte ich mich bei der Erstellung der Rechnung an die offizielle sogenannte GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) und Sie haben die Möglichkeit, diese bei Ihrer Krankenkasse einzureichen. In vielen Fällen werden die Kosten dann doch zumindest teilweise erstattet. Außerdem besteht noch eine andere Möglichkeit:

Seit dem 1 April 2007 können Sie als Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung entweder das Sachleistungsprinzip wählen (§12 fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V ) „Der Patient hat das Anrecht auf eine ausreichend ,zweckmäßige, wirtschaftliche und das Maß der Notwendigkeit nicht überschreitende medizinische Versorgung“… aber eben nicht die BESTE“) oder das KOSTENERSTATTUNGSPRINZIP.

Dr. med. Reichstein Untersuchung der Röntgenbilder

So werden Sie als Privatpatient behandelt, bezahlen die Rechnung direkt an den Arzt und lassen sich den „erstattungsfähigen Anteil“ von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse zurückzahlen. Erstattungsfähig ist der Betrag, der bei Anwendung der Kassen-Gebührenordnung (EBM einheitlicher Bewertungsmaßstab) gezahlt worden wäre (d.h. GOÄ statt EBM).Diese Möglichkeit ist wenig bekannt. Von den Krankenkassen wird sie kaum propagiert weil der Verwaltungsaufwand als zu „arbeitsintensiv“ betrachtet wird. Der Unterschied zwischen GOÄ und EBM ist aber in Wirklichkeit nicht hoch und der Patient hat entscheidende Vorteile. Ihre Krankenkasse muß Sie diesbezüglich beraten.

In jedem Fall aber werden diese Fragen im Vorfeld erörtert.

Ihre Zeit im Wartezimmer zu verschwenden gehört zu den sinnlosesten Dingen, die man sich vorstellen kann. Leider haben auch über zwanzig Jahre ärztliche Tätigkeit nicht ausgereicht, um dieses Problem zufriedenstellend zu lösen. Bestimmte Untersuchungen sind zeitaufwändig und bedürfen absoluter Ruhe und Konzentration. Deshalb vergebe ich feste Termine . Ohne unvorhersehbare Notfälle oder Ähnliches gelingt es mir dann auch, diese bis auf maximal 10 bis 15 Minuten einzuhalten. Ohne Termin kann die Wartezeit aber im ungünstigsten Fall bis zu eineinhalb Stunden betragen.

Dr. med. Reichstein Untersuchung der Röntgenbilder

Vereinbaren Sie also unbedingt einen festen Termin, vor allem bei einer Erstkonsultation oder wenn Sie ein umfangreiches Problem haben.  Wir werden dann dafür sorgen, dass Sie zeitnah einen Termin bekommen. In der Regel beträgt die Wartezeit weniger als 14 Tage. Für einige Untersuchungen oder Behandlungen (Anti-Aging, Autogenes Training) werden auch Termine außerhalb der angegebenen Sprechstundenzeiten vergeben.

Trotz immer besserer Technik sind meiner Meinung nach die Anamnese und die körperliche Untersuchung die weitaus wichtigsten Teile einer optimalen Behandlung. Ich möchte die Ursache Ihrer Beschwerden therapieren nicht die Symptome(!). Bringen Sie deshalb immer ALLE Untersuchungsergebnisse früherer Behandlungen mit. Die sogenannte Familienanamnese ist ein weiterer wichtiger “Baustein” für die Diagnose. Es ist bewiesen, dass wir in unseren Genen die Anlagen für viele Krankheiten tragen. Durch Umweltfaktoren wie beispielsweise Stress, ungesunde Lebensweise oder Infekte werden dann Krankheiten ausgelöst (“getriggert”). Also helfen neben der Schilderung Ihrer Beschwerden auch die Informationen über Ihre Familienangehörigen um die richtigen Untersuchungsschritte einzuleiten. Es gibt beispielsweise keine Blutuntersuchung mit der man ” einmal alles” untersuchen kann.

Auch kann man mit einem “Ganzkörper-CT” nicht einfach alle Krankheiten ausschließen; denn einmal abgesehen von den Kosten und der Tatsache, dass keine Krankenkasse diese übernehmen würde: wir würden ja gar nicht wissen, wonach wir eigentlich suchen wollen. Kommen die Schmerzen in der Brust vom Herzen oder der Lunge, ist ein Nerv eingeklemmt oder handelt es sich um eine Virusinfektion? Auch der Facharzt muß wissen, wonach er suchen soll. Wird eine Herzkatheteruntersuchung nötig sein, sollte die Brustwirbelsäule geröngt werden oder sollte man im Blut nach Antikörpern des VZ-Virus fahnden? Ist die Brustwirbelsäule nicht schon geröngt worden? Ist kürzlich eine Gürtelrose diagnostiziert worden? Haben Vater oder Großvater Herzprobleme gehabt oder einen Schlaganfall? Wann waren Sie das letzte Mal beim Augenarzt?

Zwar haben wir mit dem Internet mittlerweile einen starken Verbündeten aber das alles kann und wird nie das Gespräch mit dem Arzt oder die Untersuchung ersetzen, sondern Sie ungünstigenfalls nur noch mehr verängstigen und verwirren. Ein Vertrauensverhältnis -die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung- ensteht nicht “über Nacht”.

In großen Gemeinschaftspraxen oder Kliniken, in denen schon organisationsbedingt der Untersucher nicht immer derselbe sein kann, stellt sich ein solches viel seltener ein als in einer  Einzelpraxis. Der ständige Dialog zwischen Patient und Arzt ist das Allerwichtigste. Ursache und Auswirkung vieler Krankheiten sind bis heute unbekannt, jeder Mensch reagiert auf die Therapie anders und zu guter Letzt: Wer heilt, hat Recht.

Ich bin gespannt auf Sie.